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Der enorme Erfolg des „Mundl“ – so wurde und wird die Serie „Ein echter Wiener geht nicht unter“ von ihren österreichischen Liebhabern genannt – überraschte den ORF in den 70ern über alle Maßen. Nach der Ausstrahlung der ersten Folge wurde in den Medien der Fernsehskandal ausgerufen. Die Fernsehzuschauer staunten anfangs nicht schlecht über die selbstbewusste Wiener Arbeiterfamilie, deren Alltag und Sprache Drehbuchautor Ernst Hinterberger und Regisseur Reinhardt Schwabenitzky so authentisch nachzeichneten.

Der Enkel

Mundl ist Großvater geworden. Die Taufe des Enkels geht nicht ohne Komplikationen ab, da Karli und Irma, die inzwischen eine Neubauwohnung haben, den jüngsten Sackbauer anders als Edmund taufen lassen. Franzi gibt seinen Job bei der Firma auf, um sich voll auf seine Schriftstellerei konzentrieren zu können. Hanni zieht in die Holzer-Wohnung, Mundl und Toni bleiben allein zurück. Da bahnt sich eine Ehekrise zwischen den beiden an, die mit einem Auszug Mundls aus dem ehelichen Schlafzimmer endet.

Der Unfall

Mundl und Toni, allein und zerstritten, verbringen einsame Tage. Da passiert Mundl ein Unfall. Sei es durch Gleichgültigkeit oder unbewusste Unvorsichtigkeit: feststeht, dass er bei einer Reparatur in der Firma in einen Schaltkasten greift und dabei in einen Stromkreis gerät. Die prompte Folge ist ein Kreislaufkollaps, der Mundl für einige Zeit ins Krankenhaus verbannt. Nun fällt den Sackbauers das Problem des Mundl, der nun ungewollt zum Mittelpunkt des Familienlebens geworden ist, erst richtig auf. Toni sieht ein, dass sie vielleicht doch zu viel Zeit beim Enkel verbracht hat und, dass das Eheleben mit Mundl einer Erfrischung bedarf. Mundl und Toni beschließen, sobald als möglich einen längst fälligen Urlaub zu zweit zu machen.

Urlaubsfreuden

Mundl und Toni beschließen, endlich einmal Urlaub zu machen. Die Wahl fällt nach langen Diskussionen auf Podersdorf am Neusiedler See. In der für beide völlig ungewohnten Umgebung finden sie schließlich, nach anfänglichen Schwierigkeiten und turbulenten Erlebnissen, wieder zueinander.

Lauter Zores

Mundl entschließt sich auf das Drängen seiner Kollegen, als Betriebsrat zu kandidieren. Nach der erfolgreichen Wahl beginnt seine neue Karriere mit einem fulminanten Auftritt in der ersten Versammlung aller Betriebsräte, in der sich Mundl als wortstarker Vertreter all jener Kollegen vorstellt, die seiner Meinung nach, bis jetzt ein unterprivilegiertes Dasein im Betrieb führten. Mundl will dafür sorgen, dass die Spannungen in der chemischen Fabrik zwischen den Akademikern und dem einfachen Personal im Angestelltenstatus, aufhören. Er lässt sich sogar in der Wohnküche einen Telefonanschluss installieren, um jederzeit als Betriebsrat voll informiert zu sein. - Verwirrung im Privatleben der Sackbauers stiften Hanni und Franzi, die heimlich geheiratet haben.

Veränderungen

Der kleine Rene ist wieder gesund und das Leben der Sackbauers scheint wieder in die gewohnten Geleise zurückgefunden zu haben. Toni fällt auf, dass der Schani-Onkel sich in letzter Zeit öfter mit der Witwe Pribil trifft. - Da Mundl immer mehr Zeit für seine Betriebsrataktivitäten braucht, sieht er auch ein, dass Toni eine Halbtagsbeschäftigung in einer nahegelegenen Apotheke annimmt. - Mundl erfährt zufällig, dass die Fabrik seit einiger Zeit pleite ist und entweder verkauft oder aber an einen größeren Konzern angeschlossen werden soll. Mundls Verdacht über die bevorstehenden Transaktionen können nicht beseitigt werden. Er überlegt, ob er sich nicht, wie die anderen Betriebsratskollegen, aus der Sache raushalten soll. - Franzi erhält, zur großen Überraschung aller, einen hochdotierten Literaturpreis in Hamburg. Er überlegt, ob er mit Hanni nicht überhaupt nach Deutschland übersiedeln soll, da man sich in Österreich um ihn als Schriftsteller kaum gekümmert hat. Mundl sieht da überhaupt keine Zusammenhänge und hat darüber hinaus ganz andere Sorgen: Er will sich unbedingt einen "besseren" Gebrauchtwagen kaufen.

Gegensätze

Es ist Faschingszeit. - Mundl hat die Grippe erwischt und wird von Toni fürsorglich kuriert. - Die im Titel angesprochenen "Gegensätze" liegen in den unterschiedlichen Vergnügungen der High Snobiety und den kleinen Leuten. So wird Franzi, als gefeierte Literaturpreisträger, von seinem Verleger zum Opernball eingeladen, wo der zukünftige Stardramatiker wichtige Leute kennenlernen soll. Mundl erscheint das reichlich läppisch. - Dazwischen vertraut ihm Irma ihr Problem an, dass sie nämlich wieder schwanger sei, aber Karli vorerst kein zweites Kind haben möchte. - Mundl will nun doch von der Galerie aus, dem gesellschaftlichen Ereignis "Opernball" beiwohnen, und dabei seine Kinder überwachen. Die Vorbereitungen sind aufreibend. Als man sich schließlich vor der Oper trifft, wachsen die Zores allgemein zu unüberwindlichen Schwierigkeiten. Auch Franzi wird mit den Härten der Schriftstellerbranche vertraut. Am Ende verzichtet alles "freiwillig" auf das Großereignis und fährt zum Kostümball in der Vorstadt.

Karrieren

Mundl ist wieder als Betriebsrat aktiv. Er hat sich einen Plan für das gemeinschaftliche Benützen von Autos bei der Fahrt zum Arbeitsplatz überlegt. - Franzis Erfahrungen mit dem Betrieb eines Wiener Theater sind weniger erfolgreich, ja sogar ernüchternd. - Auch Hannis Versuche, sich bei einer Volkshochschule einzuschreiben, enden in einer Sackgasse. - Beim Schani-Onkel trifft überraschend Vitus aus Tirol ein. Irgendwie hat er von Schanis neuer Bekanntschaft, der Witwe Pribil, erfahren und stellt den verdatterten Schani wegen "Weibergeschichten" zur Rede. - Obwohl es zwischen den Hausmeisters Kurt und Fini wegen Finis "John Travolta" bereits arg kriselt, gibt es eine Verbesserung. Die zwei übersiedeln in die Wohnung des verstorbenen Kwapil. Der Hausverwalter sorgt für neue Hausmeister: Das Ehepaar Stojanovic zieht mit ihren 4 Kindern in Kurts und Finis ehemalige Wohnung. Mundl unterstützt die Familie, die mit den Vorurteilen der Bewohner konfrontiert wird, gegen diverse Sticheleien.

Auf und ab

Die ehemalige Hausmeisterin Fini ist in größten Schwierigkeiten. Ihr Seitensprung blieb nicht ohne Folgen. Kurti ist am Boden zerstört und kaum mehr von der Schnapsflasche zu trennen. Fini will abtreiben lassen. Mundl und Toni sind der Meinung, dass eine Abtreibung die Beziehung der beiden nicht verbessern kann, ja, sie versuchen sogar, Kurti davon zu überzeugen, dass ein Kind vielleicht ihrer ruinierten Ehe wieder einen Sinn geben könnte. Zudem entscheidet der Hausverwalter - aufgrund angeblicher Proteste von Seiten der Hausbewohner gegen "unheimliche Ausländer" - das Hausbesorgerehepaar Stojanovic vor die Tür zu setzen und Kurti und Fini wieder aufzunehmen. - In Mundls Betrieb passiert die von allen schon längst gefürchtete Katastrophe. Der Schweizer Konzern hat die sofortige Schließung des Betriebes verkündet. Die gesamte Belegschaft wird entlassen. Mundl ist arbeitslos. Harte Zeiten brechen herein...

In der Mitte des Lebens

Der Kurti Blahovec wird von einem Kontrollor des Wachkorps betrunken im Dienst erwischt, der Betrieb der Werners ist vom Konkurs bedroht, Franzi und Hanni kommen in immer größere finanzielle Schwierigkeiten, - Mundl hat einen Job, der ihn eher verbittert: "Zureicher bei zwei jungen Rotzbuben. Wo der eine ununterbrochen Dada zu mir sagt und der andere ein Ruachler is', der nur den Schilling sieht!" - da verrennt er sich lieber in seine Ideen und plant... Mit mehr Erfolg plant aber die Familie. Schließlich nähert sich Mundls 50.Geburtstag. Als Geschenk bekommt er einen Schrebergarten...

Keine Ruh hat man

Die Hasengasse, "das Herz von Favoriten" soll umgestaltet, die Häuser sollen abgerissen werden, die Sackbauers müssen in eine Ersatzwohnung. Toni wird krank. Sie macht sich vor allem um Mundl Sorgen: "was soll denn der allein z'Haus anfangen?" - Die Werners müssen das Geschäft verkaufen. - Mundl bringt den Obmann des Schrebergartenvereins zur Verzweiflung, weil er auf seiner Parzelle unbedingt Kastanienbäume pflanzen will. - "Keine Ruh" haben auch Fini und Kurti nicht, der arbeitslos ist, und auch nicht Franzi in seiner Stellung...

Alles anders

"Bei uns kann keine Ruh' sein, nix sein' normalen Weg gehen. Immer ist alles anders als wie bei normale Leut'" - beschreibt Toni ihre Situation. Alles kommt anders, als es sich die Betroffenen vorgestellt haben: Herr Werner verpackt in einem Textilunternehmen Wäsche, der Mundl macht aus seinem "Fuffzger" eine öffentliche Angelegenheit an der der Traum von "Ruhe und Erholung" der anderen Schrebergärtner der Kolonie zu zerbrechen scheint. Die Fini hat das Kapitel "Kurti" schon endgültig abgeschlossen, da kommt der Schani-Onkel mit der Nachricht, dass der Kurti als Luftballonverkäufer im Prater zu versandeln droht. Die Sackbauers organisieren eine Hilfsexpedition in den Prater, um den Kurti zu "retten". Doch auch Herr Blahovec ist ein echter Wiener und geht daher nicht unter. Es kommt alles anders...

Details

  • Produktionsjahr:

    1978

  • Kategorie:
  • Genres:
  • Altersfreigabe:

    6+

  • Audiosprache:

    Deutsch

  • Untertitelsprache:

    keine Untertitel

  • Land:

    Österreich